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IRMA MATRIX im Großraum Twer | Russland

„Datapax“ bietet eine Lösung gegen das Schwarzfahren in russischen Regionen

Das Problem des Schwarzfahrens in öffentlichen Verkehrsmitteln ist in jeder Region relevant. Der Anteil der Schwarzfahrer am gesamten Fahrgastaufkommen ist unterschiedlich und kann zwischen

15 % und 50 %

liegen (wenn der Fahrpreis nicht von einem Fahrer erhoben wird). In den meisten Fällen ist es jedoch schwierig, objektive und regelmäßige Statistiken zu erhalten, da es sich um „Big Data“ handelt, deren Erhebung und Analyse „von Hand“ kostspielig ist. Daher werden die Zahlen hauptsächlich bei Fahrkartenkontrollen erhoben, wobei die Zahl der Schwarzfahrer_innen durch Expertenschätzung anhand der Zahl Bußgelder bestimmt wird. So wurden 2019 in Moskau rund 600.000 Bußgelder in Höhe von 632 Millionen Rubeln verhängt (Angaben der staatlichen Verkehrsorganisation). Nach Angaben der Aktiengesellschaft „Jargoelektrotrans“ zahlen in Jaroslawl etwa 40 % der Fahrgäste nicht für eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Während einer Testphase der fahrerlosen Fahrpreiserhebung von Februar bis April 2021 lag in Perm der Anteil der entdeckten Schwarzfahrer bei etwa 17 % (Angaben des Verkehrsressorts der Stadtverwaltung Perm).

„In Perm wurde mit den Betreiberunternehmen der Stadtbuslinien Bruttopreisverträge geschlossen. Sie sehen vor, dass die Verkehrsunternehmen das eingenommene Fahrgeld an den städtischen Haushalt abführen und für ihre Beförderungsleistung eine Vergütung bekommen. Daher wirkt es sich negativ auf die gesamte Branche aus, wenn von Schwarzfahrern kein Fahrgeld entrichtet wird, und macht es unmöglich, den öffentlichen Nahverkehr in der Stadt so schnell auszubauen wie gewünscht“, so das Verkehrsressort der Stadtverwaltung Perm.

Für das Problem des Schwarzfahrens gibt es verschiedene Lösungen. In manchen Regionen können die Fahrgäste nur durch die Vordertür einsteigen. Dies ermöglicht geregeltes Ein- und Aussteigen der Fahrgäste an den Haltestellen im öffentlichen Nahverkehr und resultiert in besserer Disziplin bei der Bezahlung der Fahrpreise. Diese Methode wird heute beispielsweise in mehreren Städten im Gebiet Moskau angewandt, so in Belgorod und Saratow. In Moskau selbst wurde diese Lösung aufgegeben, da sie die Einstiegszeit und dadurch die gesamte Fahrzeit erheblich verlängert.

©Damir Babacic

In einer ganzen Reihe von Regionen setzen die Verkehrsunternehmen auf Zug- oder Busbegleiter. Auf allen Strecken in Pensa, Perm, Jekaterinburg und Kaliningrad gibt es Schaffner in den Waggons, die Schwarzfahren nicht zulassen. Diese Lösung führt zwar zu einem höheren Prozentsatz an bezahlten Fahrten, ist aber aus Sicht des Verkehrsunternehmens sehr kostspielig, da es ja das Gehalt des Schaffners zahlt.

Häufig übersteigt das Gehalt der Wagenbegleiter die Einnahmen aus den zusätzlich verkauften Fahrkarten.

In der Region Twer lag der Anteil der Schwarzfahrer vor der Umstellung auf ein neues Verkehrsdienstleistungsmodell und der Einführung einer integrierten digitalen Lösung bei 40 %, während dieser Indikator im Jahr 2020 auf 10 - 12 % sank (Angaben des Verkehrsressorts der Region). Dieses Ergebnis wurde dank eines umfassenden Ansatzes erreicht.

„Für die Region Twer ist das Schwarzfahren ein ebenso dringendes und akutes Problem wie für andere russische Regionen, und wir lösen es konsequent: Wir planen und führen gemeinsame Fahrkartenkontrollen mit den Verkehrsressort der Region Twer, dem Betreiberunternehmen „Transport Werchnewolshja“ und der Polizei durch, wir ermitteln die Schwarzfahrer und ziehen sie verwaltungsrechtlich zur Verantwortung. In nur einem Jahr der Zusammenarbeit haben wir den Anteil der Schwarzfahrer um ein Vielfaches reduziert, und jetzt haben wir ein neues Instrument, mit dem wir dieses Problem vollständig beseitigen wird“, erklärte das Verkehrsressort der Region Twer.

Wie das Verkehrsministerium der Region Twer erklärt, handelt es sich dabei um eine digitale Lösung, ein innovatives Tool von Datapax, das das Unternehmen Mitte Juni 2021 vorgestellt hat. Im Wesentlichen handelt es sich um einen Dienst zur Prognose des Schwarzfahrens und zur Automatisierung der Fahrkartenkontrolle, der ein umfassendes Managementsystem für den öffentlichen Nahverkehr ergänzt. Der Dienst wurde im Großraum Twer erfolgreich getestet und soll in allen russischen Regionen Russlands eingeführt werden, die auf der Grundlage von Bruttopreisverträgen arbeiten.

Die Pilotversuche zur Bekämpfung des Schwarzfahrens in der Region Twer zeigen, dass die Zahl der Schwarzfahrer um das Zweifache gesunken ist, während die Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf entsprechend gestiegen sind.

Laut Maxim Isajew, dem stellvertretenden Generaldirektor von Datapax, beträgt die Einführungszeit dieses digitalen Tools in einer Region nicht länger als 30 Arbeitstage, und bereits im ersten Monat ist es möglich, neben einer starken Verringerung der Zahl der Schwarzfahrer die Effizienz der Fahrkartenkontrolleure um 30 % zu erhöhen und die Zahl der „leeren“ Kontrollen um 10 % zu verringern.

Die Prognose des Schwarzfahrens erfolgt durch die Verarbeitung von Daten über beförderte Fahrgäste und gezahlte Fahrten aus automatischen Fahrgastzähl- und Fahrgeld-Zahlungssystemen. Der Dienst umfasst die automatisierte Planung von Kontrollen anhand eines dynamischen mathematischen Modells, die automatische Generierung von Prüfaufträgen in einer mobilen App für die Fahrkartenkontrolleure, die Überwachung und Analyse der wichtigsten Betriebskennzahlen der Kontrolldienste und die Erstellung von Berichten über die erledigten Aufträge.

Auf einer Heatmap der Region lassen sich Spitzenwerte der Differenz zwischen den Fahrgaststromdaten der Sensoren und den Transaktionen im Fahrpreiseinzugssystem des öffentlichen Nahverkehrs erkennen. Mit anderen Worten, dies sind die Gebiete mit der höchsten Anzahl von Schwarzfahrern, in denen Kontrolleure zur Überprüfung der Fahrkarten ihren Dienst tun müssen.

"Der integrierte Ansatz zur Informationsbeschaffung und -verarbeitung hat das Problem der Abrechnung und Planung der Einnahmen für den Haushalt in Bezug auf die Fahrpreiserhebung gelöst. Durch die Möglichkeit, die Fahrpreiserhebungsdaten mit den von den IRMA MATRIX-Sensoren ermittelten Fahrgastzahlen im Waggon zu vergleichen konnte die Zahl der Schwarzfahrer im Nahverkehr in Twer um 50 % reduziert werden“, erläutert ein weiterer Projektteilnehmer, Gennadi Gudumak, stellvertretender Generaldirektor von SC TTM, dem Entwickler und Lieferanten des Fahrgastzählsystems.

Eines der wichtigsten Elemente des Systems sind die Fahrgastflussdaten, die von den IRMA MATRIX-Fahrgastzählsensoren generiert werden, die sich als äußerst zuverlässige und hochpräzise Messinstrumente erwiesen haben, wie manuelle Zählungen und Betriebserfahrungen immer wieder belegen.

 

Nach Angaben der Entwickler ist diese Lösung in Russland einzigartig und wird in allen Regionen nachgefragt, in denen das Verkehrssystem auf Bruttopreisverträge umgestellt wurde. „Datapax“ hofft, dass der neue Dienst auch in anderen russischen Regionen eingeführt wird.

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